Wittlich

Aufführung in der Synagoge nach dem Schweigekreis am 9. November 2021

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Was 2020 aufgrund der damaligen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht möglich war, konnte am 9. November 2021 umgesetzt werden.

Wie seit vielen Jahren in Wittlich Tradition, versammelten sich am 9. November, der „Reichspogromnacht“, wieder Frauen und Männer auf dem Marktplatz, stellten sich im Kreis um einen großen Davidstern aus Kerzen und gedachten der Menschen, die 1938 in den Häusern um den Marktplatz wohnten, in Wittlich lebten, und aus ihrer Heimatstadt vertrieben und in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Unterbrochen von wenigen kurzen Lesungen schwiegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergriffen.

Um 18.10 Uhr legten dann Bürgermeister Joachim Rodenkirch und die Erste Beigeordnete der Stadt Wittlich Elfriede Meurer, vor der Gedenktafel der ermordeten Wittlicher Jüdinnen und Juden an der Synagoge Kränze nieder.

Im Oktober 1941, vor 80 Jahren, wurden die letzten Wittlicher Jüdinnen und Juden deportiert und in den sicheren Tod gebracht. Das Stück „Vor dem gelben Stern“ von Karl-Heinz March, das Michéle Connah und Stefan Stechmann aufführten, setzte früher an. Eine jüdische Ärztin erfährt langsam den Entzug aller bürgerlichen Rechte, während ein verhetzter Mann den Nazis zujubelt und antisemitische Sätze schreit. Eine sehr bewegende Darstellung des Lebens zweier Deutscher Mitte der 1930er Jahre. Parallelen zu einer sich aktuell entfremdenden Gesellschaft zog sicher manche Zuschauerin, manche Zuschauer der Aufführung „Vor dem gelben Stern“.


 

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