Torf in Blumenerde zerstört Moore

Die Tage werden spürbar länger, die Sonnenstrahlen haben bereits viel Kraft – das merken auch die Pflanzen, die nun mit aller Kraft aus ihrem Winterschlaf erwachen und austreiben. Auch im Garten, wortwörtlich vor der eigenen Haustür, kann jetzt jeder beim Klimaschutz mit anpacken. Torf ist ein beliebter Zusatzstoff in Blumenerde und dient vor allem der Fähigkeit des Bodens, Wasser speichern zu können. Aber was ist Torf eigentlich, wo kommt er her und brauchen wir ihn wirklich in Blumenerde?

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Was hat Torf mit dem Klimawandel zu tun?

Torf entsteht in Mooren und besteht aus abgestorbenen Pflanzenresten, die auf Grund von Sauerstoffmangel nicht zersetzt werden können. Moore wachsen nur etwa 1 Millimeter pro Jahr und damit Wächst auch die Torfschicht nur sehr langsam. Heute bedecken Moore etwa 3 % der weltweiten Landfläche, speichern dabei aber etwa 30 % des erdgebundenen Kohlenstoffs. Moore sind also ein hervorragender CO2-Speicher und speichern etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen!

Um den Torf zu gewinnen, werden Moore entwässert und trockengelegt, anschließend der Torf abgebaut. Die Moore werden dadurch zerstört. Mit der Entwässerung des Moors und dem Abgraben des Torfs wird das gespeicherte CO2 freigesetzt, da nun Sauerstoff an das bisher von Sauerstoff abgeschirmte Pflanzenmaterial kommt und sich dieses zersetzen kann. Bei der Verrottung entstehen dann CO2 und andere treibhausgase. Die Zerstörung der Moore trägt so erheblich zum Klimawandel bei. Außerdem gehen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen durch die Zerstörung von Moorlandschaften verloren. In Deutschland war der Torfabbau früher weit verbreitet – heutzutage wird fast ausschließlich in Niedersachsen Torf abgebaut. Da der Bedarf aber so groß ist, wird zusätzlich Torf aus dem Baltikum importiert. Jährlich werden mehr als 3.000.000 Kubikmeter Torf alleine in deutschen Freizeitgärten verarbeitet.

Was kann ich tun?

Ihre Pflanzen benötigen den Torf in der Blumenerde nicht unbedingt. Auch torffreie Blumenerde funktioniert bestens. Außerdem bringt Torf auch Probleme mit sich. Beispielsweise ist die hervorragende Wasserspeichereigenschaft des Torfes auch gleichzeitig ein Problem, da das Wasser nur sehr langsam und nur in Teilen wieder abgegeben wird. Dies trocknet auf Dauer den Boden aus. Torffreie Erde verbessert dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung und fördert die Bodenstruktur. Außerdem unterstützt sie wichtige Bodenlebewesen, damit der Boden langfristig gesund bleibt. Torffreie Erden finden Sie in der Regel jedem Bau- oder Gartenmarkt und

Sie können also durch den Kauf von torffreier Blumenerde zum Schutz von Mooren beitragen und damit direkt einen Betrag zum Klimaschutz leisten.

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Haben Sie Fragen, Ideen oder Anregungen? Nehmen Sie gerne Kontakt auf: Klimaschutzmanager Johannes Praeder, Stadtverwaltung Wittlich, Telefon 06571-171252, E-Mail: Johannes.Praeder@stadt.wittlich.de.


 

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